Große Drüsenameise bekämpfen: Tipps zur Bekämpfung von Tapinoma magnum

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) ist eine Ameisen-Art die Ursprünglich nur im Mittelmeerraum und Nordafrika beheimatet war. Durch den globalen Warentransport und begünstigt durch wärmere klimatischen Bedingungen konnte sich diese Art mittlerweile jedoch auch in Deutschland etablieren. Aufgrund fehlender natürlicher Gegenspieler konnte sich diese Art in kurzer Zeit stark verbreiten und sorgt mittlerweile für erhebliche Schäden in zahlreichen Städten und Gemeinden.

Erkennungsmerkmale von Tapinoma magnum

Die entscheidende Eigenschaft, die das Schadpotenzial von Tapinoma magnum so groß macht, ist die Bildung von sogenannten Superkolonien.
Während unsere heimischen Ameisen-Arten einzelne genetisch abgegrenzte Völker bilden, die untereinander in Konkurrenz stehen, schließen sich die Tapinoma-Ameisen zu gigantischen Gemeinschaften zusammen, die sich über mehrere Hektare erstrecken können. 
Anders als der Name vermuten lässt sind die Ameisen der Art Tapinoma magnum nicht größer als unsere heimischen Arten. Sie weisen bei Berührung jedoch ein deutlich aggressiveres Verhalten auf. Ein sehr charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der intensive Geruch, wenn man die Ameisen zerdrückt, welcher mit dem Geruch von Aceton vergleichbar ist.

Schäden durch Tapinoma magnum

Die Ameisen stellen keine unmittelbare Gefahr für den Menschen dar, richten durch ihre massive Verbreitung und die Nestbauaktivitäten schwere Schäden an der Infrastruktur an. Sie untergraben Straßen, Fundamente und Gehwege, wodurch diese stark destabilisiert werden können. Zudem dringen Sie in Strom- und Verteilerkästen an und machen sich an der Isolierung zu schaffen.

Tapinoma magnum bekämpfen

Professionelle Schädlingsbekämpfer und kommunale Betriebe setzen auf eine Kombination aus physikalischen Maßnahmen und biologischen Mitteln, die auf das spezifische Verhalten der großen Drüsenameise abgestimmt sind.

1. Heisser Schaum
Wasser wird auf über 95 °C erhitzt und unter geringem Druck über Lanzen direkt in die Nester eingebracht. Dem Wasser wird ein rein pflanzlicher Schaumstoff (z. B. auf Basis von Maisstärke oder Kokosnussöl) zugesetzt. Dieser Schaum dient als Isolationsschicht an der Oberfläche, damit die Hitze nicht nach oben entweicht und das heiße Wasser tiefer in die Gänge einsickern kann.

2. Kieselgur
Kieselgur besteht aus den fossilen Schalen von Kieselalgen. Dieses scharfkantige Pulver zerstört beim Kontakt die schützende Wachsschicht des Ameisenpanzers. Dies führt zu einer  Austrocknung der Ameisen, ohne dass Resistenzen gebildet werden können.

3. Nützliche Nematoden
Nematoden der Art Steinernema feltiae sind die natürlichen Feinde von Ameisen und bewirken bei diesen eine Fluchtreaktion. Nachdem die oberen und mittleren Nestschichten mit heißem Wasser behandelt wurden, werden Nematoden in die Nester gegossen. Diese dringen tief in die Nester ein und scheuchen dort die Tapinoma-Ameisen auf. sodass diese panisch die Nester verlassen. An der Oberfläche können diese nun wiederum mit Kieselgur bekämpft werden.


Nematoden Nahaufnahme

Wirkungsweise der Nematoden

Nützliche Nematoden, auch bekannt als entomopathogene Nematoden, sind die natürlichen Feinde zahlreicher Insektenarten. Die Nematoden leben im Boden und können dort aktiv in Insektenlarven oder auch Ameisen eindringen. Im Inneren geben sie ein Bakterium ab, welches die Insekten tötet. Die Nematoden ernähren und vermehren sich dann innerhalb des Kadavers und bilden zahlreiche neue Nematoden. Da Ameisen im Boden sehr mobil sind schaffen es die Nematoden zwar nicht diese zahlreich abzutöten, aber die Ameisen verlassen fluchtartig ihr Nest und können wie bereits beschrieben an der Oberfläche bekämpft werden. Dieses Video zeigt die Wirkungsweise der Nematoden gegen andere Insektenlarven, wie beispielsweise Engerlinge oder Dickmaulrüssler.

Zusammenfassung Tapinoma magnum Bekämpfung

  • Sie bilden große Superkolonien und treten in einer riesigen Azahl auf.
  • Bei Berührung oder Bedrohung zeigen sie ein sehr aggressives Verteidigungsverhalten
  • Wenn man eine Ameise zerdrückt entsteht ein penetranter Geruch, der an Nagellackentferner / Aceton erinnert.

In der Praxis hat sich eine Kombination dreier Maßnahmen bewährt:
  1. Thermische Zerstörung der Ameisen durch heisses Wasser mit Schaum.
  2. Austrocknen der Ameisen durch Barrieren aus Kieselgur an der Oberfläche.
  3. Einsatz entomopathogener Nematoden, welche die Ameisen aus ihren Nestern vertreiben.

Im ersten Schritt sollten Sie sich direkt mit Ihrer Stadt oder Gemeinde in Verbindung setzen und Ihren Fund melden. Durch die rasante Ausbreitung von Tapinoma magnum ist ein koordiniertes Vorgehen essenziell.

Produktempfehlung zur Bekämpfung von Ameisen: nemaplus® Ameisenfrei