Erdraupen im Garten bekämpfen: Biologischer Schutz für Wurzeln und Blätter
Der Lebenszyklus der Erdraupe
Erdraupen durchlaufen eine vollständige Metamorphose in vier Stadien: Ei, Raupe (Larve), Puppe und Falter.
Eiablage: Die Falter legen ihre Eier meist in kleinen Gruppen oder Reihen direkt an Pflanzenteilen ab.
Raupenstadium: Nach dem Schlupf fressen die Larven zunächst an Blättern, ziehen sich aber mit zunehmendem Alter tagsüber in den Boden zurück. In diesem Stadium überwintern sie meist auch.
Verpuppung: Im Frühjahr verpuppen sich die Larven im Erdreich, teilweise geschützt in einem selbstgesponnenen Kokon.
Falter: Aus den unbeweglichen Puppen schlüpfen die erwachsenen Falter, die selbst keinen Schaden anrichten. Je nach Witterung können pro Jahr mehrere Generationen auftreten.
Welche Pflanzen werden von Erdraupen befallen?
Während die Falter harmlos sind, verursachen die Erdraupen mit ihren beißend-kauenden Mundwerkzeugen massive Schäden.
Oberirdisch: Charakteristisch sind nachts abgebissene Jungpflanzen knapp über der Bodenoberfläche sowie Fraßlöcher in bodennahen Blättern.
Unterirdisch: Die Larven fressen an Wurzeln, Rhizomen und Stängeln. Bei Wurzelgemüse wie Möhren entstehen typische grubenförmige Fraßstellen, die oft zu Sekundärinfektionen und Fäulnis führen. Bei starkem Befall können ganze Bestände innerhalb kurzer Zeit vernichtet werden.
Foto: W.M. Hantsbarger, Bugwood.org
Welche Pflanzen werden von Erdraupen befallen?
Erdraupen sind Generalisten und befallen eine Vielzahl von Kultur- und Nutzpflanzen:
Gemüsegarten: Besonders gefährdet sind Salat, Möhren, Kohlarten und Kartoffeln.
Landwirtschaft: Auch Mais und Rüben stehen auf dem Speiseplan.
Ziergarten: Erdraupen schädigen zudem Rasenflächen und diverse Zierstauden durch Wurzelfraß.
Bekämpfung mit Nematoden
Eine wirksame und ökologische Methode gegen Erdraupen ist der Einsatz von nützlichen Nematoden der Art Steinernema carpocapsae.
Spezialisierung: Diese ca. 0,6 mm kleinen Nützlinge sind auf die Bekämpfung von bodennah lebenden Insektenlarven spezialisiert. Sie dringen aktiv in die Erdraupen ein und setzen ein Bakterium frei, das den Schädling innerhalb weniger Tage abtötet.
Vermehrung: Im Inneren der toten Raupe vermehren sich die Nematoden und schwärmen anschließend aus, um neue Wirte im Boden aufzuspüren.
Sicherheit: Diese biologische Bekämpfung ist absolut sicher für Menschen, Haustiere, Bienen und die behandelten Pflanzen.
Produktempfehlung gegen Erdraupen: nemastar®
Anwendung der Nematoden
Die Nematoden werden in einer schützenden Pulverformulierung geliefert. Zur Ausbringung wird das Pulver exakt nach Packungsanweisung in Wasser gelöst.
Zeitpunkt: Die Anwendung sollte erfolgen, sobald die ersten Erdraupen oder Schäden entdeckt werden. Wir empfehlen eine Anwendung von Juni - August.
Bedingungen: Da Nematoden Feuchtigkeit benötigen, sollte die Fläche vorab gewässert werden. Die Ausbringung erfolgt am besten abends oder bei bedecktem Himmel, um die UV-empfindlichen Nützlinge zu schützen. Der Boden sollte nach der Anwendung für ca. zwei Wochen feucht (aber nicht nass) gehalten werden.
Zusammenfassung: Erdraupen erfolgreich bekämpfen
Die Bekämpfung von Erdraupen erfordert ein korrektes Timing, da sich die Larven tagsüber im Boden verstecken. Durch den Einsatz von Nematoden können die Erdraupen direkt im Erdreich eliminiert werden, bevor sie nachts weiteren Schaden anrichten können.
Eine Kombination aus biologischer Kontrolle durch Nematoden und begleitenden mechanischen Maßnahmen bietet den effektivsten Schutz für Ihre Pflanzen.
Produktempfehlung zur Bekämpfung von Erdraupen: nemastar®